Gemeindehaus St. Josef

Unser neues Gemeindehaus
Ein Jahrhundertprojekt für St. Josef - eine Vision wird Wirklichkeit
Bereits 2014 waren zwei Baugutachten – eines davon aus der Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats (BGV) – zu dem Ergebnis gelangt, dass unser Pfarrheim aus dem Jahr 1872 baufällig und mit vertretbarem finanziellem Aufwand nicht mehr zu retten sei. Kirchenvorstand (KV) und Pfarrgemeinderat (PGR) beschlossen daraufhin einen Neubau. Die Verwirklichung dieses Vorhabens wollte jedoch längere Zeit nicht so recht vorankommen. Anfänglich favorisierten KV und PGR einvernehmlich den Bau eines ökumenischen Gemeindehauses gemeinsam mit unserer evangelischen Geschwistergemeinde, die seinerzeit ebenfalls den Bau eines neuen Gemeindehauses plante. Diese Vision, die auf den Bau eines ökumenischen Leuchtturmprojektes hätte hinauslaufen können, ließ sich jedoch nicht realisieren. Ein erster, 2016 von einem auswärtigen Architekturbüro vorgelegter Planungsentwurf wurde von den Verantwortlichen der Bauabteilung des BGV aus guten Gründen verworfen. Danach wurde es zunächst längere Zeit still um das geplante Neunbau-Vorhaben, Es war schließlich eine Initiative, die von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates ausging, die den Bauplänen ein neues Momentum vermittelten und Anfang 2019 die Bauabteilung des BGV veranlassten, einen Architektenwettbewerb für den Bau des neuen Gemeinde-Hauses auszuschreiben. Dieser wurde im Mai 2019 von einem mit ausgewiesenen Experten besetzten Preisgericht zugunsten des Architekturbüros Schilling aus Köln entschieden, einer der ersten Adresse im deutschen Kirchenbau. Damit war der Durchbruch gelungen: Es gab nun ein konkretes Neubau-Projekt. In kirchenrechtlicher, finanzieller, technischer und pastoraler Hinsicht war es von Anfang an ein gemeinsames Projekt der Bauabteilung des BGV und unserer Gemeinde.
Wichtige Meilensteine des Projektes
Dem Abschluss des Architektenwettbewerbs folgten viereinhalb Jahre äußerst intensiver und bisweilen mühsamer Projektarbeit. Die wichtigsten Meilensteine dieser Epoche seien nachfolgend in Erinnerung gerufen. Um das neue Gemeindehaus bauen zu können, musste zunächst das alte, direkt an das historische Pfarrhaus aus dem Jahre 1655 angebaute Pfarrheim abgerissen werden. Nach einer gelungenen Abschiedsfeier für das alte Pfarrheim am 12. Juni 2022 begannen am 19. Juli die erforderlichen Abbrucharbeiten. Ihnen folgte zunächst die notwendige Sanierung der östlichen Pfarrhausfassade, die im Mai 2023 beendet werden konnte. Die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg hatten zwischenzeitlich zu einer drama-tischen Preis- und Kostenexplosion im Baugewerbe geführt: gleichsam über Nacht stiegen die ursprünglich geplanten Baukosten für das neue Gemeindehaus um über 50%. Daraus ergab sich der Zwang, die gesamte Gebäudeplanung noch einmal von Grund auf zu überarbeiten, um das ursprünglich vereinbarte Baubudget von € 1,5 Mio. halbwegs einhalten zu können. Dies war neben einem Verzicht auf eine Reihe architektonischer Besonderheiten des Gebäudes und der Außenanlagen nur durch eine ca. 30 %ige Reduzierung der Grundfläche des Gemeindehauses zu erreichen. Das hatte notwendigerweise zur Folge, dass im April 2023 ein revidierter Bauplan beim Bauamt der Stadt Einbeck eingereicht werden musste, der nach wenigen Wochen genehmigt wurde. Die Projektarbeiten kamen danach zügig voran. Am 12. Juni 2023 erfolgte der erste Spatenstich, am 09. September dann bei schönsten Spätsommerwetter die symbolische Grundsteinlegung. Bereits am 16. März 2024 folgte der nächste große Meilenstein: das in einem würdigen Rahmen gefeierte Richtfest. Nur acht Monate später – schneller als von Vielen erwartet – war das langersehnte Ziel erreicht: Der Bau des neuen Gemeindehauses war vollendet.
Das neue Gemeindehaus – religiöse Heimat und ein neues Stück Einbeck
Der 23. November 2024 war ein wundervoller Anlass zum Feiern und ein rundum schöner Tag. In Anwesenheit vieler Gemeindemitglieder und zahlreicher Gäste konnten Generalvikar Martin Wilk vom Bistum Hildesheim und Dechant Andreas Pape nach nur 15 Monaten Bauzeit das neue Gemeindehaus von St. Josef einweihen und seiner Bestimmung übergeben.
„Voll Dankbarkeit feiern wir die Einweihung dieses Gemeindehauses, mit dem sich ein langgehegter Wunsch erfüllt“, so Generalvikar Martin Wilk in seiner Predigt während der einleitenden Andacht vor dem Eingangsbereich. „Kirche, Gemeinde und Menschen brauchen einen Ort, an dem sie sich treffen. Das Gemeindehaus ist ein lebendiger Ort, an dem ihre Gemeinschaft sichtbar wird. Hier werden Sie sich treffen, lachen und auch weinen“ .Hier könne der Leib Christi für alle lebendig werden. Kinder würden das Haus mit Leben füllen, Jugendliche ihre Ideen einbringen, Ältere ihr Erfahrungswissen teilen. „Ein Haus der Begegnung, der Gemeinschaft und des Glaubens soll es werden“ wünschte sich Generalvikar Wilk. Das neue Gemeindehaus zeige, dass Kirche lebendig sei; es sei ein Geschenk, das daran erinnere, einander zu stärken und zu tragen. Er bat darum, das neue Gemeindehaus mit Leben zu füllen als Ort, an dem die Liebe Gottes spürbar werde. Generalvikar Martin Wilk segnete das neue Gemeindehaus; anschließend waren Gemeinde und Gäste eingeladen, zur Einweihungsfeier in das neue Haus zu kommen und es kennenzulernen.
Grüße der Stadt Einbeck überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Petra Bohnsack. „Ihr neues Gemeindehaus ist ein echtes Schmuckstück“ betonte sie, modern und einladend sei es und füge sich gleichzeitig harmonisch in den historischen Kontext ein. Es zeige, wie Alt und Neu zusammenfinden könnten, und das mache Einbeck aus. „Wir pflegen unsere Tradition und blicken mutig in die Zukunft“, erklärte sie. Das Haus sei ein Ort für Gemeinschaft, Gespräche und neue Ideen, für Feste, Begegnungen und stille Momente. Es werde sich mit dem Leben füllen, das die katholische Gemeinde so wertvoll mache. Man könne stolz sein, denn das, was seit dem ersten Spatenstich im Juni 2023 geschaffen wurde, könne sich sehen lassen. Sie dankte allen, die mit ihrer Vision und ihrem Engagement dazu beigetragen hätten, dass ein neues Stück Einbeck geschaffen werden konnte.
Im Namen der christlichen Geschwistergemeinden sprach Pastor Martin Giering ein Grußwort mit Glück- und Segenswünschen und überreichte als praktisches Geschenk Kaffee, der nach seiner Ansicht wichtig für ein gut funktionierendes Gemeindeleben sei. „Das Haus ist fertig, es ist gelungen und qualitativ gut ausgeführt, und ich bin überaus zufrieden mit dem Erreichten“, stellte Diplom Ingenieur Jochem Vieren vom Architekturbüro Schilling aus Köln fest. Es sei nun an den Nutzern zu entscheiden, ob das Haus gefalle oder nicht. Mit der Bauherrenschaft, vertreten durch den Neubau-Ausschuss, sowie mit den Handwerkern und dem Architekturbüro Hilger, als Leitung vor Ort, habe es eine erfreuliche Zusammenarbeit gegeben. Anerkennende Worte fand er insbesondere für die leitenden Personen des Neubau-Ausschusses und deren bewundernswerten Einsatz über die gesamte Projektlaufzeit.
„Dies ist nicht das Ende, jetzt geht es erst richtig los“, wandte sich Architektin Olga Kraus von der Bauabteilung des BGV an die Gemeinde. „Füllen Sie das Haus mit Leben und schönen Momenten und schaffen Sie besondere Erinnerungen“. Sie persönlich habe keine Sekunde gezögert, an der Umsetzung dieses architektonisch hochwertigen, bis in Detail durchdachten Planungsentwurfs mitzuarbeiten, den man ihr an ihrem ersten Arbeitstag im BGV vor vier Jahren auf den Schreibtisch gelegt habe. Lobende Worte fand Olga Kraus für die gute Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Hilger und mit den Verantwortlichen des Neubau-Ausschusses, ohne deren unermüdlichen Einsatz das Bauvorhaben nicht hätte gelingen können.
„Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vornherein ausgeschlossen erschien“. Dieses Zitat von Albert Einstein stellten Gudrun Machens und Alois Kühn ihrem Grußwort voran; es habe sie gleichsam wie ein Leitgedanke durch die gesamte Projektarbeit begleitet, denn immer wieder habe es Bedenken, Zweifel und Sorgen gegeben, z.B. als die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukrainekrieges die Baukosten in die Höhe getrieben hätten. Heute sei nun ein langgehegter Traum bzw. eine ausgeschlossen erscheinende Idee Wirklichkeit geworden: Man stehe staunend vor diesem wunderbaren Gebäude. Deshalb sei es ihnen ein freudig erfülltes Bedürfnis, allen zu danken, die zu seiner Verwirklichung beigetragen haben, allen voran den Leitungsverantwortlichen des BGV, die auch in kritischen Phasen nicht die „Reißleine gezogen“, sondern ihre Finanzierungszusage aufrechterhalten hätten. Das gelte in besonderer Weise für die Verantwortlichen der Bauabteilung, die das Neubauteam immer wieder ermutigt und ihm den Rücken gestärkt hätten. Das werde man nicht vergessen.
Dankbar erwähnt wurden darüber hinaus: das Architekturbüro Schilling in Köln (für die ansprechende Konzeption des neuen Gemeindehauses), das lokale Architekturbüro Hilger (für die intensive Projektbegleitung), die solide Arbeit der beteiligten Handwerksbetriebe, die Unterstützung von Seiten der Stadt Einbeck, die finanzielle Förderung durch das Bonifatiuswerk (€ 100.000) und die AKB-Stiftung (€ 30.000), die zahlreichen Gemeindemitglieder, die über Monate in und um das Gemeindehaus ehrenamtlich tätig waren und schließlich die bewundernswerte Spendenbereitschaft von Mitgliedern bzw. Nicht-Mitgliedern der Gemeinde.
Abschließend erinnerten Gudrun Machens und Alois Kühn noch einmal an die Vision und die Zielsetzung, die man mit dem Neubau verfolgt habe. Es sei den Verantwortlichen darum gegangen, die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde zu sichern, derzeitigen und zukünftigen Generationen ein Stück religiöser Heimat zu bieten und zugleich einen Ort, der den Geist von Weltoffenheit und ökumenischer Weite ausstrahlen und der mit seinen modernen Räumen der Kirchen- und Stadtgemeinde gleichermaßen offenstehen solle. Die Anerkennung der Arbeit des Neubau-Ausschusses durch Dechant Pape stand am Ende der offiziellen Einweihungsfeier, bevor die Gäste sich den leckeren Köstlichkeiten eines reichhaltigen Buffets zuwenden konnten.
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